Page 3 - Weinturm Open Air 2005
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Freitag, 5. 8.  Werfen wir den Blick ausnahmsweise zunächst nicht zurück auf das
    vergangene Festival, sondern bleiben
 17.00 Uhr   Unprinted*
    wir kurz im Hier und Jetzt des
 18.10 Uhr    Rookie Jam*  Jahres 2005. Ich könnte
    ausführlich darüber la-
 19.20 Uhr   Yohto*
    mentieren, wohin das mit
 20.30 Uhr    Jordan´s Drive  den unzähligen, kaum
    überschaubaren Festi-
 22.15 Uhr    Martin Jondo
    vals und Open Airs noch
 23.00 Uhr   Les Babacools  führen soll und was das

    uns - als kleine, konzep-
 Samstag, 6. 8.  tionell und inhaltlich gegen
    viele Trends ankämpfende
 13.00 Uhr   No Expectations*  Veranstaltung - noch brin-

 14.10 Uhr   Projekt Caravelle*  gen wird. Und ich tu´s
    auch an dieser Stelle:
 15.20 Uhr   Superskank*  Immer dicker wird

 16.45 Uhr   Rudi Madsius & Band  der jährliche Open-
    Air-Kalender. Die
 18.30 Uhr  Bosse
    Preise steigen. Die
 20.00 Uhr   The BossHoss  Bands werden nicht
    besser. Die Tendenz geht
 21.45 Uhr   Culcha Candela
    zum reinen Party- und
 23.30 Uhr   Mimi Maura  Spaßerlebnis, bei dem der Zeltplatz
    und die Sauforgien vielerorts all-

 Sonntag, 7. 8.  mählich wichtiger sind als die
    Musik. Aggressives Sponsoring,
 13.00 Uhr  Lokale Bühne  Product Placement, Abzocke. Man
    sollte eigentlich vermuten, dass sich
 14.00 Uhr  Pangäa
    der gemeine Musikliebhaber dies
 15.00 Uhr  Barbara Cuesta   schon längst nicht mehr bieten lässt,
 16.15 Uhr  Sorgente  doch scheint die Schmerzgrenze vieler noch
    längst nicht erreicht: „Ja, zieht mir das Geld aus der Tasche, gebt mir
 17.45 Uhr  El*ke  die immer gleichen Bands, pfercht mich zusammen mit Zehntausenden

 19.15 Uhr  The Broken Beats  und müllt mich zu mit allem Kommerz, der denkbar ist. Und dann bitte
    Rammstein und Limp Bizkit und am besten zur selben Uhrzeit.”
 21.00 Uhr  Moneybrother  Ich bin auf der einen Seite unendlich dankbar, dass wir das Weinturm

    Open Air durch die mittlerweile 28 Jahre hindurch stets heraushalten
    konnten aus derartigen Entwicklungen. Doch ganz so locker lässt es
    sich auch nicht leben in der vermeintlichen Nische. Und es kommen
    Fragen auf: Wird es auch weiterhin genügend Leute geben, die den
    Charme eines kleinen Festivals den Verlockungen gigantischer Mas-
    senveranstaltungen mit einem nominell weit überlegenen Staraufgebot
    und einer gewaltigen Werbung vorziehen? Leute, die das ausgewählte
    und erlesene Musikprogramm, das entspannte Flair und die friedfertige
    Stimmung mehr schätzen als eine 24-Stunden-Rundum-Animation,
    einen Mix deluxe für richtig dickes Geld?
 * nürnberg attacks
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