Page 5 - Weinturm Open Air 2012
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FEstIVaLFrEUNDE!
FestivalFreunde!
LIEBE
LIEBE
1977 war kein wirklich erfreuliches Jahr. Terroristen versetzen das ganze
Land in Angst und Schrecken, in Rumänien bebt die Erde, und über Teneriffa
kommt es mit dem Zusammenstoß zweier Passagierflugzeuge zur größten
Luftfahrt-Katastrophe aller Zeiten. Und dann sterben auch noch Sepp
Herberger und Charlie Chaplin. Alles in allem also eher ein Jahr zum Im-Bett-
Bleiben.
Im beschaulichen Bad Windsheim gab es indes eine Gruppe junger Lebens-
bejaher, die all dem Elend etwas entgegen zu setzen hatten. Fernab von
Stammheim und Mogadischu schleppte man ameisengleich Paletten, Bier
und Instrumente auf den Hügel und zimmerte am namensgebenden Wein-
turm eine kleine Bühne für Bands aus der Region zusammen. Und dann ließ
man es sich einen Samstag lang gut
gehen, tanzte, quatschte und genoss
den Blick über die Stadt und die fried-
volle Stimmung auf dem Plateau.
Das Weinturm Open Air war geboren.
Den „Deutschen Herbst“ konnte die
Gruppe junger Bad Windsheimer mit ih-
rem Engagement und ihrem Idealismus
nicht verhindern. Doch ihre Idee sollte zur Institution werden. Heute gehört
das Weinturm Open Air zu den bedeutendsten Festivals in Nordbayern, und
in diesem Jahr werden schon zum 35. Mal Musikbegeisterte von nah und
fern den Hügel erklimmen (richtig, liebe Nachrechner, eigentlich wären wir
schon 36, aber im Jahr nach der Gründung fiel der Weinturm aus und fand
erst ab 1979 jährlich statt).
Der Rahmen ist heute ein anderer, klar. Aus den anfänglich etwa 150
Besuchern sind mittlerweile 2.000 bis 3.000 geworden. Und während man
damals ein paar Getränke zugunsten des örtlichen Jugendzentrums ver-
kaufte, wird heute mit großem Schanktisch und professioneller Zapfanlage
gearbeitet. Auch die Bühne ist deutlich gewachsen und weg vom Turm nach
hinten auf die große Freifläche gewandert. Doch einiges hat sich in all den
Jahren nicht verändert: Noch immer ist das Weinturm Open Air frei von Kom-
merz und Profitstreben, noch immer ist die Atmosphäre eine ganz besonde-
re dort oben auf dem naturgeschützten Plateau, und auch den Enthusias-
mus der Gründerväter spürt man nach wie vor bei den Organisatoren, die
das Festival (teilweise schon in der dritten Generation) mit viel Herzblut und
Liebe zum Detail jedes Jahr aufs Neue auf die Beine stellen.
Erinnert Ihr Euch noch ans letzte Jahr? An die großen Ereignisse auf der
vorwort

