Page 3 - Weinturm Open Air 2006
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Freitag, 4. 8. Anstatt als Veranstalter prompt und unvermittelt mit der Tür ins Haus zu fallen,
sollen an dieser Stelle zunächst einmal die Weinturm-Besucher zu Wort kommen.
17.00 Uhr Auxitt * Die zahlreichen Einträge in unserem Online-Gästebuch seit dem Festival im
vergangenen Jahr verraten garantiert mehr darüber, was den neuen Gast und
18.10 Uhr Hidalgo * die Stammkunden auf dem Hügel der Glückseligen erwartet. Von „genialer
Stimmung und gemütlicher Atmosphäre“ ist die Rede, kuscheliger, entspannter
19.30 Uhr Timid Tiger
und weniger vollgestopft als auf den anderen Festivals soll es sein - ein
21.00 Uhr Jamaram verdammt schönes Open Air mit tollen Bands und netten
Menschen. Und einer bekundet gar, er habe
23.00 Uhr Babylon Circus selten so eine ausgelassene und
friedliche Festivalschar erlebt wie
auf dem kleinen Plateau vor den
Samstag, 5. 8. Toren Bad Windsheims. Und auch
die Bands bewahrt er nicht vor
12.30 Uhr Trinah * Lob: Man merke
den Künstlern auf
13.40 Uhr Wild Chill * dem Weinturm immer an, dass sie ihr Ding machen, sich
selbst nicht verraten und dem Kommerz hingeben. Und
14.50 Uhr My New Zoo * von einem anderen gibt es keine Beschwerde darüber,
16.00 Uhr Marshall Brainstorm * dass er bis jetzt nicht eine einzige Band vom diesjährigen
Line Up kenne. Im Gegenteil, er finde das gut, wolle er
17.10 Uhr Dr. Mad & the Slack doch neue kennen lernen. Denn - in die gleiche Kerbe
schlägt der nächste Gästebuchschreiber - „das ist
18.45 Uhr Sioen ja das Geile am Weinturm: Neues entdecken und Altes
lieben.“
20.15 Uhr Irie Révoltés Schön gesagt! Und so möchte ich aber auch gar
nichts hinzufügen und mich lieber freuen über so
22.00 Uhr Die Sterne viel geballten Durchblick und darüber, dass es auch
im 21. Jahrhundert genügend Menschen gibt, die unser kleines Festival
23.45 Uhr Mangu & Band schätzen. Sicherlich ist das Geschmackssache und so sei es natürlich auch
jedem qualwählenden Festivalfreak gegönnt, seine werte Aufwartung einer der
Sonntag, 6. 8. mittlerweile nicht mehr zu zählenden kommerziellen Musikveranstaltungen
unter freiem Himmel zu machen, die freilich auch ihren Charme haben: Toller
12.30 Uhr The Elliptic Soundwaves Blick auf die prima Leinwand an der Nokia-Stage, zur Abkühlung in die Tabak-
Dusche, ein Drink an der Balla-Balla-Bim-Bim-Bar, ein Becherchen globalisierten
13.30 Uhr Harte Arbeit, karger Lohn Gebräus vom netten Pilskonzern um die Ecke. Zum Zuckerwasserflash ins
CokeCultureTent, gefilmt vom freundlich quäkenden Gleichschaltungskanal,
15.00 Uhr Schein begleitet vom sympathischen Klingelton im schrillen Magenta und als Teil der
großen Sause zum Aftershow-Party-Event ins MixeryFestivalCamp. Im Morgen-
16.30 Uhr Sirqus Alfon grauen zischendes Büchsenbier im Alkoholbehälter-Auffanglager. Zum Davon-
segeln. Komplett entpolitisiert, allem kulturellen Anspruch mit dem nackten
18.00 Uhr Spitfire Affenarsch ins Gesicht gehüpft. Eine unanständige, absolut sittenwidrige Orgie
in Profit. Und ein Ende scheint längst nicht erreicht.
19.30 Uhr Gem
Doch genug der aufgeregten Worte. Zurück in unsere kleine Nische, aus der
21.00 Uhr Abuela Coca es sich manchmal einfach so wunderbar rausstänkern lässt. Kein gutes Wort
konnten wir im vergangenen Jahr am Wettergott lassen: Das Festival 2005
wird sicher in die Geschichte der unvergessenen Kapriolen eingehen:
Trübe Witterung, wolkenverhangener Himmel und reichlich kühl,
schließlich auch Regen und zum Finale am Sonntag gar
Hagel. Untergangsszenario.
Trotzdem ließ sich kaum
einer die Stimmung
vermiesen und
* MUZ präsentiert

