Sylvie Kreusch
Manche Menschen betreten eine Bühne, Sylvie Kreusch erscheint auf ihr. Und das ist ein Unterschied. Die Belgierin besitzt jene seltene Mischung aus Glamour, Exzentrik und Präsenz, die einen nach kurzer Zeit vergessen lässt, was eigentlich links und rechts der Bühne passiert.
Ihre Songs bewegen sich zwischen Art-Pop, Indie und hypnotischen Beats, mal verführerisch, mal düster, mal so unverschämt eingängig, dass sie sich tagelang im Kopf einnisten. Dabei erzählt Sylvie Kreusch Geschichten von Sehnsucht, Freiheit und Selbstbestimmung. Ihre Stimme schwebt über den Songs wie ein geheimnisvoller Nebel, während die Band ein Fundament aus pulsierenden Rhythmen und schillernden Melodien darunterlegt. Das klingt international, groß und gleichzeitig angenehm eigenwillig. Wer also am Weinturm einen Moment sucht, der gleichzeitig Konzert, Performance und Kunstwerk ist, sollte sich Sylvies Slot im Programmheft rot markieren. Die Chancen stehen gut, dass ihr den Hügel danach ein wenig neben der Spur hinunterspaziert.
